Ist Ihr Garten fit für den Klimawandel? Teil 4

Neue Krankheiten und Schädlinge:

Die höheren Temperaturen und Klimaveränderungen ermöglichen es
vielen Tieren, Pflanzen, Pilzen und bisher unbekannten Krankheiten bei uns zu überwintern oder heimischen Schädlingen eine weitere Generation zu bilden. Starke Minusgrade sind bei uns mittlerweile nur kurzfristig und fügen diesen Exoten keinen Schaden zu. Die natürlichen Feinde fehlen leider und unsere Tier- und Pflanzenwelt kann sich darauf erst im Laufe der Jahre einstellen.

Der Buchsbaumzünsler wird mittlerweile von Spatzen, Meisen und anderen Vögeln bekämpft. Die Kastanienminiermotte wird zum Teil von den Blaumeisen bekämpft. Doch gibt es leider viele weitere Exoten wie z.B. den Asiatischen Laubholzbock, den Asiatischen Marienkäfer, die vor kurzem nachgewiesene Marmorierte Baumwanze, denen keine natürlichen Feinde gegenüberstehen.

Bei den Krankheiten breiten sich nach dem Pilzbefall der Erlen auch das Erlensterben und das Eschentriebsterben weiter aus. 

Entgegenwirken können wir mit der Wahl von Pflanzen aus der Region (kein Internetversand), sowie mit resistenten Sorten, artenreichem und
abwechslungsreichem Anbau und sorgfältiger Hygiene im Siedlungs-bereich.

Scharka Virus beim Steinobst

Scharka (oder Scharka-Krankheit) ist eine durch den Scharka-Virus hervorgerufene Krankheit des Steinobstes. Sie befällt vor allem Pflaumen und Zwetschgen und ist deren bedeutendste Krankheit, die sich seit den 1960er Jahren in Deutschland ausgebreitet hat und heute flächendeckend auftritt. Typische Symptome für den Befall sind hellolivgrüne bis olivgrüne Ringe, die sich im Mai/Juni auf den Blättern bilden und die sich zu schwarzen Punkten aus abgestorbenem Gewebe entwickeln können.
An den Früchten bilden sich Einsenkungen, die pockenartig oder linienförmig sind und unter denen das Fruchtfleisch (bis zum Stein) eine rötliche Farbe und gummiartige Konsistenz annimmt. Als Folge des Befalls kann es zu einem starken, vorzeitigen Abfall von Früchten kommen. Das Scharka-Virus und die von diesem hervorgerufenen Symptome der Scharka-Krankheit können nicht direkt bekämpft werden.
Lediglich die Ausbreitung kann vermieden bzw. reduziert werden durch:

  • Bekämpfung der übertragenden Insekten
  • Rodung infizierter Pflanzen
  • Verwendung virusfreier Unterlagen und Reiser
  • Verwendung wenig virusanfälliger / resistenter Sorten und Unterlagen

Aufgrund der Scharkaverordnung kann auch eine Rodung und Vernichtung befallener Pflanzen durch die zuständigen Behörden angeordnet werden
Beim Anbau von Steinobst in befallenen Gebieten besteht die einzige Möglichkeit darin, geeignete Sorten für den Anbau zu wählen.
Alte Sorten wie „Mirabelle von Nancy“, „Bühler Frühlingszwetschge“, „Große grüne Reneklode“, halten dem Scharka- Virus stand.