Weitere Schädlinge

Bisher galten die Alpen als natürliche Barriere für die aus dem Süden einwandernden Schädlinge. Eine Strecke von 50 km und mehr eines schneebedeckten Streifens und einer Dauerfrostregion konnten nur vereinzelte Exemplare unter günstigen Umständen mit Hilfe des Windes überwinden. Dieser Streifen ist leider zum Teil auf 15 km geschrumpft, so dass das Überqueren auch für größere Populationen möglich ist. Die fol-genden Schädlinge sind in Deutschland schon vertreten und werden sich in den nächsten Jahren vermehrt ausbreiten: Die Bläulingszikade (pflanzensaftsaugend an diversen Grünpflanzen), die Maulbeer-schildlaus (befällt Stein- und Kernobst, Johannisbeeren und Kirschlorbeer) und die Grüne Reiswanze, welche vor allem im Gemüsebau als saugender Schädling auftritt. 

Im Anmarsch nach Mitteleuropa sind der Japankäfer, die Gepunktete Laternenträgerzikade und auchdie Rote Austernschildlaus.

Diese apokalyptischen Vorhersagen und Aussichten müssen nicht eintreten, es ist allerdings möglich und steht aktuell in Fachkreisen zur Debatte. Sollten Sie einen unbekannten oder besorgniserregenden Schädlingsbefall in Ihrem Garten feststellen, wenden Sie sich bitte an die Kreisfachberater im Landratsamt.

Igel
Igelkind

Mithilfe eines naturverbundenen Gärtnerns, wie ich es oft in meinen Beiträgen beschreibe, kann man dem Schädlingsbefall vorbeugen und eventuell auch größere Schäden vermeiden. Mit gutem Gewissen kann man im Voraus durch nachhaltiges Denken und zur Tat schreiten mehr erreichen als durch im Nachhinein notdürftig und dringend nach Lösungen zu suchen. 

Vielleicht haben Sie eines Tages im Sommer auch das Glück ein solch kleines Igelkind in Ihrer Hand zu halten.

Schädlinge: Der Obstbaumsplintkäfer

Ein weiterer Schädling, der mir erst seit kurzem bekannt ist, nennt sich Obstbaumsplintkäfer.

In Mitleidenschaft gezogen werden vor allem Äpfel und Pflaumen. Er befällt in erster Linie geschwächte Bäume und wird somit als Sekundärschädling bezeichnet.

Erkennbar ist eine Schädigung durch viele kleine Bohrlöcher am Stamm oder an den Ästen. Vom kleinen Obstbaumsplintkäfer können sogar dünne Äste befallen werden. Eine Bekämpfung ist nur durch starken Rückschnitt möglich, sowie durch die Beseitigung der Stressfaktoren wie z.B. Wasser- und Nährstoffmangel, Krankheiten, Wühlmäuse, und von ungünstigen Bodenverhältnisse. 

Schädlinge: Die Walnussfruchtfliege

Die Walnussfruchtfliege kommt aus Nordamerika und befällt unsere Walnüsse bevor sie reif werden.

Die Eier werden in den grünen Nüssen abgelegt, in denen sich die Larven entwickeln und zu einem Faulen der Früchte führen. Die ausgewachsenen Larven lassen sich zu Boden fallen und verpuppen sich ein paar Zentimeter unter der Oberfläche um zu überwintern. Leider ist die Bekämpfung sehr schwierig. Befallene Früchte sollten verbrannt werden. Ab Mitte Juni kann der Boden abgedeckt werden, um ein Schlüpfen der Fliegen zu verhindern. Ebenso sollte der Boden vor dem Fruchtfall Anfang Oktober abgedeckt werden, um ein Eindringen der Larven in den Boden zu verhindern.

Gelbtafeln können die Population reduzieren, allerdings nicht bekämpfen.

Schädlinge: Die Marmorierte Baumwanze

Die Marmorierte Baumwanze ist in Ostasien stark verbreitet und wurde nach Nordamerika und Europa eingeschleppt. In Stuttgart wurde Sie erst 2017 nachgewiesen. Die Tiere saugen an Blättern und Früchten. Mittlerweile gibt es 300 Wirtspflanzen, wie zum Beispiel Bäume und Sträucher sowie krautige Pflanzen und deren Früchte. Zum Glück entwickeln sich bei uns bisher nur zwei Generationen im Jahr. In China entstehen – bei entsprechender Witterung – bis zu sechs Generationen. Durch Deformation, Verfärbung und Pilzübertragung kann der Ernteertrag bis zur Hälfte zerstört werden. Betroffen von diesem Schädling sind zum Beispiel Aubergine, Apfel, Birne, Pfirsich, Weinrebe, Haselnuss, Mais, Sojabohne, Tomate, Paprika.

Heimische Schlupfwespenarten könnten den Schädling eindämmen. Dies wird jedoch noch erforscht und da der Einsatz eines chemischen Insektizides im Hausgarten gegen die Wanzen nicht erlaubt ist, sollte man sich um den Lebensraum von natürlichen Feinden kümmern. In China gilt die Samurai-Wespe als natürlicher Feind. Bevor allerdings ein „zusätzliches Problem“ eingeführt wird, gilt es die Entwicklung der heimischen Schlupfwespen zu fördern.

Marmorierte-Baumwanze
Marmorierte-Baumwanze

Schädlinge: Die Kirschessig-Fliege

Seit 2011 ist auch die Kirschessigfliege nachweisbar. Im Vergleich zur Kirschfruchtfliege, die sich gelb verfärbende Kirschen befällt, ist sie ein gravierender Schädling durch ihre schnelle Vermehrung an reifen Früchten. Betroffen sind hierbei Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren, Pfirsich, Pflaumen, Himbeeren, Nektarinen, Aprikosen und Trauben. Da reife Früchte befallen werden, ist eine chemische Bekämpfung kurz vor der Ernte schwierig und im Haus-garten verboten. Die effektivste Möglichkeit besteht durch das Anbringen eines engmaschigen Netzes (Maschenweite max. 0,8 x 0,8 mm) an den Pflanzen. Mit Essigfallen kann man bereits vor der Fruchtumfärbung feststellen, ob Kirschessigfliegen vorhanden sind. Vermeiden oder entsorgen sie beschädigte oder faulende Früchte, da diese durch den Essiggeruch die Fliegen anlocken.