Buchsbaumzünsler: Was sonst? Teil 6

Bei einer Neuanlage würde ich auf Buchs-Ersatzpflanzen zurückgreifen.

Ilex-impala

Seit einiger Zeit ist die Japanische Hülse (Ilex impala), welche dem Buchs sehr ähnlich sieht, im Handel erhältlich. Sie ist vielleicht optisch auch der beste Buchsersatz.

 

 

 

 

Ilex-meservae-´Little-Rascal´

Als ein weiteres immergrünes Form-gehölz wäre Ilex meservae ‚Little Rascal‘ zu erwähnen. Bezüglich der Problematik mit dem Buchsbaum sollte man sich vielleicht auch Gedanken über andere Blattstrukturen machen.

 

 

 

 

Lonicera nitida ‚Maigrün‘

Seit vielen Jahren wird auch auf die sonst als Bodendecker verwendete Lonicera nitida ‚Maigrün‘ hingewiesen.

 

 

 

 

 

 

Die Eibe (Taxus baccata) in ihren unterschiedlichen Sorten wäre wohl momentan der beste Ersatz bezüglich der Standortbedingungen und der Wuchsgrößen mit all den Vorteilen, welche auch der Buchs zu bieten hat.

Hoffentlich waren meine Hinweise für sie eine kleine Hilfe hinsichtlich der Bekämpfung des Buchsbaumzünslers.
Lassen sie sich trotz der derzeitig schwierigen Situation nicht entmutigen und behalten sie weiterhin ihre Freude am Gärtnern!

Buchsbaumzünsler: Was sonst? Teil 5

Auf chemische Spritzmittel sollte – wenn möglich – ganz verzichtet werden.

Wenden sie chemische Mittel nur nach genauem studieren der Anwendungsanleitung und keinesfalls tropfnass an. Die chemischen Spritzmittel beinhalten als Wirkstoffe sogenannte Neonicotinoide. Diese hochwirksamen Insektizide wirken selektiv auf die Nervenzellen der Insekten. Aber eben vermutlich auf die Nervenzellen aller Insekten. Die Neonicotinoide stehen im Verdacht für das Insektensterben der letzten Jahre verantwortlich zu sein. Sie wirken als Kontakt- und Fraßgift. Die systemische Wirkung hat den Vorteil, dass das Gift über die Blätter aufgenommen wird und sich über die ganze Pflanze verteilt.
In Weinreben waren diese Wirkstoffe ein halbes Jahr lang wirksam. In Ahornbäumen konnte ein Wirkstoff vier Jahre lang vor Schadinsektenbefall schützen. Leider nagen nicht nur Schädlinge an einer Pflanze, auch die Blüten tragen dieses Insektizid, weshalb auch unsere Bienen betroffen sind. Das gewünschte Ziel wird bei chemischer Bekämpfung schnell und nachhaltig erreicht, doch den viel größeren Schaden, der im Umfeld entsteht, erkennen wir leider nicht.

Leider steht auf den Verpackungen kein direkter, ersichtlicher Hinweis auf die genannten Gefahren. Bitte lesen sie in Zukunft die Anleitung sorgfältig und wägen sie die Notwendigkeit des Einsatzes dieser Spritzmittel ab.

Sollten Sie ihren befallenen Buchs-baum entsorgen wollen, dann packen sie die Pflanze in einen Plastiksack und verschließen diesen. Entsorgen sie die befallene Pflanze in der Restmülltonne. Der Wertstoffhof ist sicherlich nicht der richtige Platz für die Entsorgung, da sich der Schädling durch den Transport und die Lagerung noch weiter verbreiten kann.

Buchsbaumzünsler: Was sonst? Teil 4

Aufgrund der steigenden Temperaturen und der Witterungsbedingungen (verstärkter Sonnenschein und Regenschauer) ist die Bekämpfung im Jahresverlauf immer schwieriger.

Wichtig und erfolgversprechend wäre eine möglichst frühe Bekämpfung. Aber wie kann man den richtigen Zeitpunkt finden?

Mit Hilfe einer Pheromonfalle, die die männlichen Schmetterlinge anlockt, kann man die Zunahme des Falterfluges bestimmen. Entsprechend kann man dann bezüglich der Lebensweise handeln.

Grundsätzlich gibt es die biologische und chemische Schädlingsbekämpfung.

Biologisch wäre es am Einfachsten, die befallenen Pflanzen mit einem Gemisch aus Sonnenblumenöl oder Rapsöl und Wasser tropfnass zu spritzen. Vermischt sich das Öl nicht mit dem Wasser, helfen ein paar Tropfen Spülmittel. Wichtig ist hierbei das durchdringende Besprühen.

Nematoden (Steinerma carpocapsae mit Netz- und Quellmittel), die man auch bei der Bekämpfung des Dickmaulrüsslers einsetzt, können auch nach mehrmaliger Behandlung zum Erfolg führen.

Bei schwachem Befall kann auch der Einsatz eines Hochdruckreinigers hilfreich sein. Dies ist jedoch meiner Ansicht nach in einer Gartenpflanzung etwas schwierig.
Vom Einsatz mit Heißwasserdampf kann ich nur abraten, da dadurch auch dass Zellgewebe der Blätter geschädigt wird und somit die Anfälligkeit für Krankheiten erhöht wird.

Es gibt auch ein Präparat z.B. Xentari Raupenfrei, welches über Bakterien (Bacillus thuringiensis) die Raupen tötet. Auch diese Behandlung muss wiederholt werden und ist dem Lebenszyklus des Zünslers anzupassen.

Spruzit ist ein Insektizid auf Rapsölbasis versetzt mit einem Naturpyrethrum, welches auch die Larven und Eier zerstört.

Niemölpräparate wie Bayer-Bio-Schädlingsfrei Neem wirken auch gegen den Buchsbaumzünsler. Niemöl wird auch in Asien von den Landwirten zur Bekämpfung eingesetzt.

Bei all diesen Mitteln ist darauf zu achten, dass die Behandlung abends und nicht bei direkter Sonneneinstrahlung durchgeführt wird. Die Temperatur sollte bei der Behandlung nicht über 25°C liegen und nur bei mehrtägiger Trockenheit sollte eine Behandlung erfolgen.

Auch wenn all diese Mittel als ‚Nicht Bienengefährlich‘ und Nützlingsschonend deklariert werden, so sind sie außer Zweifel – wenn auch nicht nachhaltig – giftig! Sie töten nicht nur den Buchsbaumzünsler, sondern auch andere Raupen und Insekten.
Bitte setzen Sie auch diese Mittel mit der nötigen Vorsicht ein.

Nach der Behandlung sollte der Buchs, um neu auszutreiben zu können, der Witterung entsprechend stark zurückgeschnitten und gewässert werden.

Buchsbaumzünsler: Was sonst? Teil 3

Fraßschaden durch den Buchsbaumzünsler

Je nach Witterung entstehen drei bis vier Generationen pro Jahr. Durch sein invasives Auftreten kann der Buchsbaumzünsler großen Schaden bis hin zum Totalausfall anrichten.
Durch die Schwächung und Verletzung der Pflanzen entstehen Eintrittspforten für Bakterien und Viren, welche für die gefürchteten Krankheiten wie Buchsbaumtriebsterben und Buchs-baumwelke verantwortlich sind.
Wenn man die Lebensweise des
Zünslers beobachtet, versteht man auch weshalb die Bekämpfung manchmal erfolglos bleibt. Bei genauerer Betrachtung kann man die Vorgehensweise gegen den Schädling in Zukunft effektiver durchführen. Der Buchsbaumzünsler überwintert eingesponnen im Kokon am Geäst der Buchsbäume. Die Eier, aus welchen bei konstanten Temperaturen über 7 °C die Raupen schlüpfen, werden an der Blattunterseite abgelegt.
Zehn Wochen, bei ca. 15 °C, dauert nun die Entwicklung in verschiedenen Larvenstadien bis zur Verpuppung. Bei 20 °C verkürzt sich dieser Zeitraum erheblich. Der flugfähige Falter entsteht in einer weiteren Woche und kann in seinen neun Tagen Lebenszeit bis zu 150 Eier legen.

Buchsbaumzünsler: Was sonst? Teil 2

Vermutlich wurde der Buchsbaumzünsler durch Billigimporte aus Ostasien eingeführt. Erstmals wurde er 2006 in Deutschland gesichtet und mittlerweile hat er sich in ganz Mitteleuropa ausgebreitet. Natürliche Feinde gibt es gegen ihn leider nicht, auch wenn immer häufiger Spatzen und Gartenrotschwanz in den Buchsbaumhecken beobachtet werden.
Es ist umstritten, ob Vögel die Eier und Raupen aufgrund der Giftigkeit des Buchsbaumes verspeisen und auch vertragen. Dies wäre sehr wünschenswert und genau deshalb sollten wir uns Gedanken darüber machen mit welchen Mitteln wir eine Schädlingsbekämpfung durchführen.