Gehölze mit langhaftenden Früchten

Zierapfel „Royalty“

Zierapfel „Royalty“

Gehölze mit langhaftenden Früchten könnten uns bis zum Jahresende erfreuen.

Leider mussten in den letzten Jahren immer mehr Fruchtgehölze aus Pflege- und Sauberkeitsgründen Kies- und Schotterflächen weichen. Es gibt aber bestimmt noch Flächen auf Beeten oder in Hecken wo solche Gehölze einen Platz finden. Spätestens wenn diese Steinbeete nicht mehr als attraktiv angesehen werden, ein Eingangsbereich nicht mehr der Zufahrt zu einem Schotter- oder Kieswerk gleichen muss, werden wir uns wieder an diese Gehölze erinnern.

Viele dieser Früchte dienen als Futter für Vögel und Säugetiere, als Dekoschmuck und können zuletzt auch zum Teil noch in der Küche verwendet werden.
Während beispielsweise Früchte von Eberesche und Mehlbeere bis zum Winteranfang von den Vögeln verzehrt sind, finden sich allerlei andere, welche lange Zeit am Baum zu unserer Freude hängen bleiben.

  • Die Früchte vom Trompetenbaumhängen bis zum Neuaustrieb und erinnern an Zigarren.
  • Der Apfel- oder Pflaumendorn trägt seine feuerroten Früchte bis weit in den Winter hinein.
  • Die Hagebutten der Rosen – in den unterschiedlichsten Variationen – leuchten auch noch bei Schneefall.
  • Die Früchte der Zierquitten hängen bis zum Februar im Geäst während die Zapfen der Koreatanne stahlblau erstrahlen.
  • Die umfangreichste Gruppe der Fruchtziergehölze sind sicherlich die Zieräpfel.
    In Farbvariationen, unterschiedlichen Größen, Fruchtanzahl, Verwertbarkeit und Wuchsgrößen ist diese kaum von einer anderen Art in ihrer Vielfalt zu übertreffen.

Gehölzschnitt im Winter

Im Winter ist auch wieder die Zeit für den Gehölzschnitt.

Ich hatte schon mehrmals über verschiedene Schnitttechniken berichtet. In diesem Artikel möchte ich die Probleme und Gefahren beim Abtrennen eines größeren Astes vorstellen.

Jede Schnittmaßnahme ist ein Eingriff in das Leben eines Baumes und solltevorher aufgrund der möglichen Schädigung auf seine Notwendigkeit überprüft werden.
Äste über zehn Zentimeter Durchmesser sollten nicht entfernt werden. Dies kann durch regelmäßige und voraus-schauende Schnittmaßnahmen erreicht
werden.
Wunden am Gehölz stellen immer Eintrittspforten für Krankheitserreger und Pilze dar. Je größer die „Verletzung“ ist, umso schwieriger wird es für den Baum diese Wunde wieder zu schließen.
Es gibt aber unabwendbare Situationen, anlässlich welcher, sich ein solcher Eingriff nicht vermeiden lässt. Grundsätzlich sollte jedoch eine solche Maßnahme nie im Winter durchgeführt werden.
In der Vegetationsruhe kann der Baum keine Gegenmaßnahmen ergreifen. Im Frühjahr wird der Baum durch den starken Wasserverlust (Bluten) ge-schwächt und im Sommer zu unnötigem Neuaustrieb angeregt.

Die beste Zeit zur Entfernung eines größeren Astes wäre ab August. Zu diesem Zeitpunkt wird der Neuaustrieb abgeschlossen und es findet kein stärkerer Wassertransport mehr statt, das „Bluten“ wird reduziert und das Gewebe wird trotzdem noch abgeschlossen.

Sollte das, z.B. aufgrund von Sturmschäden oder Baumaßnahmen nicht möglich sein, so kann ein Stummel oder ein Stück des Astes stehengelassen werden und erst zum entsprechenden Zeitpunkt ab August am Stamm abgetrennt werden. Die Abtrennung am Stamm muss immer auf Astring erfolgen damit eine Wundüberwallung möglich ist. Die Wunde wird dadurch auch kleiner gehalten.

Astentfernung

Links Aststummel – rechts Wunde zu groß, zu nah am Stamm geschnitten und somit am oberen Rand keine Überwallung

Bei Süßkirschen sollte aufgrund des Verstärkten Gummiflusses immer ein Stummel stehen gelassen werden.

Deshalb: Süßkirschen nie im Winter schneiden!!!

Bei Schnittmaßnahmen im Kronenbereich sollte immer astunterseits geschnitten werden. Schnittstellen an der Oberseite führen zu Fäulnis und Bruchgefahr.
Der Schnitt sollte wegen der Wasserableitung immer schräg, glatt und ohne seitliches Ausfransen ausgeführt werden. Ein Großer Ast muss daher, um Verletzungen zu vermeiden, unter Umständen in mehreren Schritten entfernt werden. Ein sauberes und gut schneidendes Werkzeug sollte selbstverständlich sein.

Werden diese einfachen Regeln eingehalten so kann die Schädigung des Baumes reduziert werden und auf Wundverschlussmittel verzichtet werden. Wundverschlussmittel können sogar eine Pilzinfektion fördern. Unter der Rissig gewordenen Schutzschicht hält die Feuchtigkeit länger so dass die
Pilze in ihrem Kleinklima weiter ge-deihen können. Wenn´s sein muss dann nur den Rand, welcher aber sowieso überwallt wird.

Was gibt es zu tun im Winter

Was es zu tun gibt, um den süßen Obstertrag in der Sommer-Gartensaison zu fördern zeigt mein kleiner Arbeitskalender:

  • Schneiden Sie Obstgehölze so spät wie möglich, bzw. nicht vor Mitte bis Ende Februar- im Januar können noch starke Nachtfröste einsetzen!
  • Obstbäume sollten durch Kalkanstrich vor Frostschäden geschützt werden.
  • Kulturheidelbeeren sollten jährlich im Februar/März ausgelichtet werden. Häufeln Sie die Pflanzen mit Torf an oder tragen Sie eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Eichenlaub auf.
    Schneiden Sie alte und schwache Triebe bodennah ab. Stark verzweigte Triebe werden an den Abzweigungen abgeschnitten.
  • Quitten werden wegen der Frostgefahr erst im Frühjahr geschnitten.
  • Pfirsiche fruchten nur an vorjährigem Holz. Der jährliche Rückschnitt fördert somit die Fruchtbildung für das folgende Jahr.

Empfindliche Pflanzen schützen – die Rose

Auch wenn der Winter heuer auf sich warten lässt, ist es notwendig einige unserer Gartenlieblinge besonders zu schützen!
Ein Schützling, der besonderer Pflege bedarf ist die Rose. Die Wintervorbereitung bei der Rose beginnt bereits mit einem leichten Rückschnitt im Herbst. Bedingt durch die immer feuchteren, schneereichen und teilweise sehr kalten Winter der vergangenen Jahre ist es unumgänglich die Pflanzen mit Reisig oder Strohmatten zu schützen. Bereits ab Ende Oktober gehen die Rosen in die „Winterruhe“ – sie verschlafen die kalte Jahreszeit regelrecht.
Der Pflanzen-Stoffwechsel wird in dieser Phase fast bis auf null zurückgefahren, sodass auch kein Wachstum stattfinden kann. Für das Einwintern von Beet-, Strauch- und Edelrosen gilt die Regel: Weniger ist mehr!
Rosen dieser Gattung, ausgenommen von Neu-pflanzungen, müssen in normalen Lagen weder angehäufelt, noch mit Fichtenreisig oder anderen Zweigen abgedeckt werden. Sollte ein warmer und nasser Winter zu befürchten sein, ist vor allem Hygiene im Rosenbeet vonnöten.

Alle alten Blätter und Blütenblätter müssen aus dem Beet entfernt werden, damit Krankheiten und Schädlingen der „Nährboden“ entzogen wird.

Eine Sonderbehandlung vor Eintreten der kalten Jahreszeit benötigen die Rosenstämmchen.

rosenstaemmchenIm Gegensatz zu den am Boden wachsenden Rosen, liegt bei den Hochstämmchen die empfindliche Veredelungsstelle in luftiger Höhe direkt am Kro-nenansatz. In dieser Position schützt sie kein Mutterboden vor Frost – hier sind die Gärtner gefordert!

Früher wurden die Wurzelballen von einer Seite vor-sichtig angegraben und die Rosenstämme wurden umgelegt. Am Boden liegend wurden die Rosen mit Reisig abgedeckt, um sie zu schützen. Dieses Verfahren wird heutzutage nicht mehr eingesetzt, da zum einen ein gewisses Maß an Bruch zu erwarten ist und zum anderen die sehr empfindliche Pflanze gestört wird.

Mein Gartentipp:

Schützen Sie Rosenstämmchen, indem Sie diese mit Frostschutzvlies oder mit Jutesäcken ein-packen! Beachten sie, dass die Veredelungsstelle besonderem Schutz bedarf. Umwickeln Sie die Veredelungsstelle zusätzlich mit einem Jute- oder Vliesband. Häufeln Sie die Rosen mit Kompost an. In ungeschützten Lagen sollten sie darauf achten die Rosenstämme mit Bambus- oder Holzstäben abzustützen, um Sie vor starkem Wind und vor Schneelast zu schützen!